DADA-Studie

DADA-Studie

EudraCT: 2019-003856-35

Sponsor: Universität zu Köln

LKP: Prof. Dr. Dr. h.c. Christof Scheid

Titel: Prospektive Phase II-Studie für Patienten mit unbehandeltem, nicht-transplantationsgeeigneten Multiplem Myelom zur Untersuchung von Daratumumab als Primärtherapie gefolgt von einer erneuten Daratumumab-Behandlung nach dem ersten Rezidiv

 

Einführung (Studienziel/Fragestellung):

Die GMMG-DADA Studie ist eine Phase II-Studie zur Erstlinien- und Rezidivtherapie für nicht transplantierbare Patienten.

In den letzten Jahren hat sich eine Immuntherapie mit einem Antikörper, dem Daratumumab, in Kombination mit innovativen Substanzen anderer Wirkstoffklassen als sehr erfolgreich in der Therapie von Patienten mit Multiplem Myelom erwiesen. Der Antikörper Daratumumab erzielt seine Effekte durch Bindung an ein Molekül (Glykoprotein), dem CD38, das sich auf der Oberfläche von Myelomzellen befindet und kann so die Erkennbarkeit dieser malignen Zellen für Immunzellen verbessern und Effektormechanismen auslösen sowie die Eliminierung durch das Immunsystem ermöglichen.

Bei der GMMG-DADA-Studie wird der Antikörper Daratumumab bei der oben genannten Zielgruppe an Patienten sowohl in der Ersttherapie bei Neudiagnose als auch zur Behandlung des ersten Rezidivs kombiniert mit unterschiedlichen weiteren myelomwirksamen Substanzen, verabreicht. In der Erstlinientherapie wird der Antikörper dabei in der Induktionstherapie zunächst mit einem Proteasominhibitor (Bortezomib) sowie einem Chemotherapeutikum (Cyclophosphamid) in reduzierter Dosis und dem Steroid Dexamethason kombiniert, das sogenannte DVCd-Therapie-Regime. In der Erhaltungstherapie wird oben genannte Kombination unter Verzicht auf das Chemotherapeutikum angewandt (DVd Schema). Nach Progression der Erkrankung (Rezidivsituation der Patienten) wird der Antikörper mit einer sogenannten immun-modulierenden Substanz (IMiD), dem Lenalidomid, sowie dem Steroid Dexamethason, neu kombiniert (DRd-Schema). Das Gesamt-Studiendesign finden Sie anbei zum Überblick.

Bisher hat sich Daratumumab in einer Vielzahl von Kombinationen als sicher und wirksam erwiesen. Bisher wurde aber nur in wenigen Studien die Kombination aus Daratumumab mit dem VCd-Regime geprüft. Das VCd-Regime hat ein vorteilhaftes Toxizitätsprofil und eignet sich daher gut für Patienten, die sich für eine Transplantation nicht eignen. Die Studie zielt daher darauf ab, in einer größeren Studie diese Kombination (Daratumumab-VCd) gezielt bei Myelom-Patienten, die sich nicht für eine Hochdosistherapie eignen, zu prüfen (primäres Studienziel).

Ein weiteres Ziel ist es herauszufinden, wie wirksam der Antikörper Daratumumab in der Erhaltungstherapie in vorgesehener Kombination ist.

Die wichtige Frage, wie wirksam Daratumumab in der Rezidivtherapie eingebettet in das oben beschriebene DRd-Schema ist, nachdem Daratumumab schon in der Erstlinientherapie verabreicht wurde, soll ebenfalls im Rahmen der Studie beantwortet werden. Diese Kombination DRd wurde bis jetzt an Patienten getestet, die in ihren vorhergegangenen Therapien kein Daratumumab erhalten haben. Daher ist es von großem Interesse angesichts der Zunahme der Integration von CD38-Antikörpern in diversen Modellen der Erstlinientherapie, die zentrale Frage der Wirksamkeit bei vorhergehendem Antikörpereinsatz beantworten zu können.

Ein weiterer interessanter Aspekt der Studie beschäftigt sich mit der Möglichkeit, Daratumumab zukünftig subkutan (SC) zu applizieren, um die bisherige zeitintensive Verabreichung intravenös (IV) deutlich zu vereinfachen.

Studiendesign: Multizentrische, prospektive, einarmige, offene Phase II Studie zur Erstlinien- und Rezidivtherapie für nicht transplantierbare Patienten mit Multiplem Myelom.